Eklampsie der säugenden Hündin


Eklampsie ist für eine Hündin eine sehr bedrohliche und manchmal sogar tödliche Komplikation in der Welpenaufzucht.

Was ist Eklampsie ?

Die Problematik der Eklampsie ist das Kalzium. Eine tragende bzw säugende Hündin hat einen deutlich erhöhten Bedarf an Kalzium. Kalzium – Depots sind die Knochen, aus denen unsere Hunde einen Fütterungs-Mangel ausgleichen können.

Eine säugende Hündin benötigt für die Milchproduktion sehr viel Kalzium, oft mehr, als durch die Rohfütterung aufgenommen wird. Sind die Depots ebenfalls aufgebraucht ensteht ein Kalziummangel, der zur Eklampsie führen kann.

Hauptsächlich Kleinhunderassen sind betroffen.

Große Hunderassen sind fast nie betroffen. Das kommt daher, dass die Kleinhunderassen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht viel zu große Würfe bekommen und diese Welpen eine viel zu große Menge Milch der Hündin abverlangen.

Vergleich:

Eine Hochleistungsmilchkuh gibt durchschnittlich 30 Liter Milch am Tag, bei einem Körpergewicht von ca. 720 kg , das sind 4,17% tgl (übrigens leiden auch diese Tiere unter Eklampsie)

Eine Zwergpinscher Hündin gibt am Tag mit 5 Welpen  gibt ca 200 gr Milch, bei einem Körpergewicht von 5 kg, das sind 4 % tgl.

Das ist für so einen kleinen Hund viel zuviel !

Der Körper braucht sämtliche Depots auf und die Hündin bekommen die lebensbedrohende Eklampsie.

 

Symptome der Eklampsie:

Meistens bekamen meine Hündinnen ihre Probleme zwischen dem 8.- 13. Tag ( das war bevor ich das Fett fütterte) In der Literatur spricht man von der 1.-4- Woche, was ich so nicht bestätigen kann.

  • Futter wird plötzlich verweigert oder erbrochen
  • ständiges Kopf schütteln und Augen reiben, weil Ohren und Augen jucken wie bei einer Allergischer Reaktion
  • Flüssigkeit wird nicht aufgenommen
  • Hündin reagiert übermäßig ,z.B. auf Besuch oder Störungen
  • Die Hündin wird unruhig und beginnt zu hecheln
  • Muskelzucken an den Vorder- und Hinterbeinen sind zu sehen sieht aus, als ob die Hündin kleine Stromschläge bekommt
  • Temperatur steigt an (bis über 40°)
  • Hündin bekommt einen Steifen Gang kann die Gelenke nicht mehr bewegen

  • Wenn hier kein Kalzium hoch dosiert subkutan oder intravenös gegeben wird, folgen Tetanus- bzw Epilepsie ähnliche Krämpfe.

Da die Muskulatur zu der auch das Herz benötigt Kalzium dringend benötigt, ist hier schnelle Hilfe von Nöten, da die Hündin durch die Krämpfe versterben kann. In so einem extremen Fall muss die Hündin an den Tropf, um intravenös hoch dosiert Kalzium zuzuführen

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Behandlung:

Am besten bei den ersten Anzeichen hoch dosiert Calcium oral geben. Bei einigen Hunden wirkt Frubiase Forte gut, leider nicht bei allen. Sollte die Hündin stark hecheln, dann abkühlen. Ich dusche meine Hündinnen kühl(nicht kalt) ab, damit die Körpertemperatur runter geht.

Wir geben der Hündin während der Säugezeit zu ihrem normalen Futter, gewolfte Knochen, da die Hündin nicht soviele Knochen zerkleinern kann wie sie benötigt. Das liegt nicht daran, dass die Hündinnen nicht kauen können, sondern dass ich sie kaum von den Welpen runter gehen. Sie müssen förmlich genötigt werden zum pinkeln raus zu gehen, da haben die Muttis noch weniger Zeit in Ruhe Knochen zu zerkleinern.

Weiterhin habe ich fest gestellt, dass der Fettgehalt bis 50% erhöht werden muss. Die Hündinnen benötigen sehr viel Fett, das als Energiespender genutzt wird. Seit ich den Fettbedarf bis auf 50% angeglichen haben, benötige ich die unten genannten Präparate nicht mehr.

  • Frubiase forte
  • Eierschalenpulver
  • Vitamin D3 von Hevert
  • Hyoscyamus D3

Weiterhin wird empfohlen, die Welpen abzusetzen und mit der Flasche aufzuziehen.

Das habe ich nicht getan.
Ab dem 10. Tag habe ich die Hündinnen nachts für 10 Stunden von den Welpen weg genommen. Diese Zeit haben die Welpen gut vertragen und keinerlei Probleme bekommen.
Die Hündin konnte sich erholen und am nächsten Tag frisch gestärkt wieder zu ihren Welpen gehen.

In dieser Zeit habe ich die Hündinnen nie aus den Augen gelassen. Niemals!
Es war immer ein Hundesitter zur Stelle oder ich war da. So eine Eklampsie geht so schnell, dass jede Minute zählt.

Die Hündinnen wurde auch von mir mit auf die Hunderunden genommen, damit sie nicht ununterbrochen auf den Welpen lagen, das ebenfalls ab dem 10. Lebenstag.

Ursachen:

Neben der oben erwähnten Auslöser ist auch eine genetische Komponente nicht auszuschließen. Eklampsie scheint häufig auch linienbedingt aufzutreten.

In der freien Wildbahn würden diese Hündinnen sterben und somit würde keine Hündin/Rüde ihre Gene weiter geben. Eklampsie bei der Mutterhündin ist für die Nachkommen kein Zuchtausschluß, jedoch sollte der Züchter fairerweise den Hundefamilien erklären, was mit der Mutterhündin war und darauf hinweisen, dass es auch bei ihrer Hündin passieren könnte, wenn diese einmal Welpen bekäme.

Vorbeugung

Ich lese immer wieder, dass zuviel tierisches Eiweiß ein Auslöser sein sollte – das kann ich nicht bestätigen.

Bei mir in der Zucht war von dem Moment an, als ich gewolfte Knochen in Verbindung mit Fett gefüttert habe nie wieder etwas passiert, unabhängig von der Wurfstärke.

Gewolfte Knochen und Zugabe von zusätzlichem Kalzium haben nichts genützt! Erst durch die Zugabe von Fett ( Rinderfett, Geflügelfett usw) haben den Eklampsiekreislauf durchbrochen.

Gewolfte Knochen und Fett gibt es zusätzlich zu dem normalen Futter – bitte nicht ausschließlich.

 

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