Cystinsteine und Rohfütterung


Zwergpinscherrüde 15 Monate alt Cystinurie
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Hier werden wir die Leidensgeschichte von dem Zwergpinscherrüde Fynn erzählen.
Fynn ist von einem Hobbyzüchter und wurde ohne Papiere verkauft.
Die Elterntiere sollen laut Züchter beide gesund sein.
Da Cystinurie autosomal rezzesiv vererbt wird, kann man davon ausgehen, dass beide Elterntiere Träger dieses Gens sind. Mit diesen Hunden sollte auf keinen Fall mehr gezüchtet werden.

Ebenso sollte der Rüde Fynn kastriert werden, damit er auf keinen Fall seine kranken Gene weiter geben kann – egal ob gewollt oder ungewollt

In Zusammenarbeit mit der Prey Model Raw Gruppe im Facebook haben wir folgende Futteranleitung vorgeschlagen. Diese Fütterung ist bereits bei anderen erkrankten Hunden erfolgreich angewendet worden.

 


 

Was sind Cystinsteine ( Cystinurie)?
Cystinurie ist eine Stoffwechselerkrankung

Cystinurie  entsteht durch einen Defekt in der Resorption von Aminosäuren (COLA: Cystein, Ornithin, Lysin, Arginin) in den proximalen Nierentubuli. Cystinurie wurde bei mehr als 65 Hunderassen beobachtet. Bei Cystinurie bilden sich Cystinsteine in der Blase (Urolithiasis). Im Mittel tritt die Erkrankung bei Hunden mit 5 Jahren (2  – 7 Jahre) auf. Über 90 % der betroffenen Tiere sind Rüden. Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten werden deutlich mehr Rüden in der tierärztlichen Praxis vorgestellt, da die Steine die männliche Harnröhre verlegen können.

Cystinurie hat eine erbliche Genese. Beim Hund sind verschiedene Erbgänge für Cystinurie bekannt. Es wurden bereits Mutationen für Cystinurie identifiziert, die in Genen liegen, die für das Aminosäuretransportsystem b0, + kodieren (SLC3A1 und SLC7A9). Quelle

Woran erkenne ich, dass mein Hund Cystinurie hat?

Symptome:
Blasenentzündung
Harnwegsinfektion
Inkontinenz
häufiges Wasserlassen
Schmerzen beim Wasser lassen
Blut im Urin
Nierenerkrankungen

Nachweis:
Ab 1 Jahr –kann der  Tierarzt oder Sie selbst einen Urintest machen. Hierbei wird eine einfache Urinprobe an ein Labor geschickt und auf die so genannten COLA-Werte, sowie den ph-Wert und mögliche Sedimente untersucht.
Cola = Cystin, Ornithin, Lysin, Arginin

Therapie:

Eine Kastration verbessert die Werte des Urins deutlich, aus diesem Grund ist diese unbedingt anzuraten. Regelmäßige Kontrolle des PH-Wertes im Urin. Es gibt Teststreifen, die es ermöglichen auch unterwegs den Urin zu testen. Der Harnwert sollte einen PH-Wert von von 6,5-7 angestrebt werden

Futter:
Die Ernährung sollte 10-18 % Proteinärmer sein, als beim gesunden Hund


Fleisch:
Wichtig ist es den Fettanteil zu erhöhen!!!

Rindfleisch
Reh
Huhn
Gans
Lamm
Pute
Pferd
Ziege


Fisch:
Rotbarsch
Zander
Krebs
Austern
Scholle

Zusätze:
Lebertran
Eierschalen fein gemahlen

Futter mit sehr viel Wasser geben (mindestens 50 bis 100 ml je kg Körpergewicht)
Purintabelle

Zugaben

Bullrichsalz
Kaliumzirtrat oder Natriumbikarbonat(150-200 mg/kg)

Medikamente:

Tiopronin
https://www.diagnosia.com/de/medikament/captimer-250-mg

Links:

http://www.ivis.org/advances/rc_de/A4509.0608.DE.pdf?LA=5


 

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